Historie Kraftstoffpreise

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Preisbildung am Rohölmarkt

Die Rohölpreise bilden sich an den internationalen Ölmärkten, die auch von Emotionen, kurzfristigen Ereignissen und Spekulationen beeinflusst sind. Fundamentale Marktdaten wie Angebot und Nachfrage spielen oft eine geringere Rolle als psychologische Faktoren wie die Furcht vor krisenhaften Entwicklungen oder kriegerischen Auseinandersetzungen und Unsicherheit über politische Entwicklungen.

Ein großer Teil des Handels mit Rohöl und Mineralölprodukten wird heute über Spotmärkte abgewickelt. Sie dienen dem kurzfristigen Handel. Der Spotmarkt hat verschiedene Entwicklungsstufen durchlaufen. Er war ursprünglich nur ein Restmarkt für Raffinerieprodukte, weniger für Rohöl. In den 70er Jahren weitete der Handel sich langsam auch auf Rohöl aus. Bis Ende der 70er Jahre wurden allerdings höchstens 10 % der internationalen Öllieferungen über die Spotmärkte gehandelt. Anfang der 80er Jahre wurde mehr als die Hälfte des international gehandelten Rohöls über den Spotmarkt gehandelt oder wurde zu Preisen verkauft, die vom Spotmarkt bestimmt waren.

Der für Europa und Deutschland relevante Markt ist der Rotterdamer Spotmarkt, ein „virtueller“, hoch spekulativer Markt. Seine Akteure sind über ganz Europa verstreut; Geschäfte werden untereinander mittels moderner Kommunikationsmittel abgeschlossen. In den 80er Jahren entwickelten sich neben dem Spotmarkt auch der Terminmarkt und die Terminkontraktbörse.

Die Börsen stießen anfangs bei der Ölindustrie auf Skepsis. Besorgt war man über die systembedingte Zulassung von marktfremden Akteuren. Und in der Tat wird die Preisbildung nicht einfacher dadurch, dass heute viele Akteure an den Börsen handeln und nur wenige Ölinteressen im Sinne von Risikominimierung und Versorgungssicherung verfolgen. Für die weitaus größte Zahl – bis zu 90 % - ist der Ölterminhandel ein finanzielles Betätigungsfeld. Diese Broker, Fondsmanager und Investment-Banken, die so genannten Wall Street Raffineure, haben den Einfluss spekulativer Elemente auf den Weltölmärkten erhöht und die Preisschwankungen vergrößert. Es ist bezeichnend, dass nur 1-3 % der Kontrakte bis zur physischen Fälligkeit gehalten werden. Zudem wird an den Börsen ein Vielfaches der tatsächlich physisch vorhandenen Rohölmengen gehandelt.

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